"Sternenkinder"

Gedanken zum Übergang von November zu Dezember

"Sterneneltern" sind erschüttert, wenn es sie getroffen hat. Sie waren eine Familie der Liebe, und glücklich über das gewünschte Kind. Es ist immer ein großes Drama und ein oft nicht zu verstehendes Ereignis, wenn sich ein Kind im Babyalter von den Eltern verabschieden muss. Das "Sternenkind" wird wohl gut im Himmel ankommen, hinterlässt aber Verzweiflung und große Trauer.

 

Es kann ein großer Trost sein, noch ein Andenken, ein letztes Foto oder den Hand- oder Fußabdruck zu behalten. Das "Sternenkind" bleibt so unvergessen und seine Seele ist ebenso unsterblich. Das mag für die betroffenen Eltern ein Trost sein, weil es sicher auch nicht Gottes Wille war. Ihr Kind ist nun im Sternenhimmel angekommen und verschont geblieben von den Unwägbarkeiten des Lebens.

 

Hat man dagegen ohne große Komplikationen ein hohes Alter erreicht, so gehen Gedanken schon mal in Richtung zum eigenen Lebensende. Um jeden Menschen wird sicher getrauert werden, spätestens im Trauermonat November. Er beginnt mit Allerheiligen und endet mit dem Totensonntag. In der evangelischen Kirche ist er der "Ewigkeitssonntag", bei dem in den Gottesdiensten die Namen der Verstorbenen des Jahres vorgelesen werden. Dazwischen sind noch nationale Gedenktage wie der "Fall der Mauer", die Reichspogromnacht und der Volkstrauertag. Mit dem "Ewigkeitssonntag" endet in der evangelischen Kirche auch das Kirchenjahr.

 

Einen Sonntag später ist der 1. Advent, der schon auf eine frohe Botschaft hinweist. Dann darf in das neue Jahr hineingetanzt werden.

 

Im Mittelalter gab es die Idee, dass die unerlösten Seelen über den Gräbern tanzen. Mit diesen Totentänzen wollte man daran erinnern, wie vergänglich das Leben ist.

 

Es ist ganz normal, wenn man sich auf seinen Tod vorbereitet, denn er kommt wie das Amen in der Kirche für jeden und alle. Mitunter überkommt einen der Gedanke, sich im Himmel eine Wolke auszusuchen, von der aus man das zurückgelassene Leben noch weiter beobachten kann. Der Sternenhimmel im Reich Gottes ist weit und so groß, auch für die alten "Sternen-kinder" und bietet Platz für alle Seelen.

 

Wir beten im Vaterunser: "QUIA TUUM EST REGNUM ET POTESTAS ET GLORIA IN SAECULA". oder "Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ 

 

Herbert Poppek 22.10.2018

13.12.2018