Ökumenisches Weihnachtswort

 

 

Das Jahr neigt sich seinem Ende entgegen und wir dürfen ein ums andere Mal auf das zurückblicken, was uns in diesem Jahr bewegt und berührt hat, ganz im persönlichen Erleben eines jeden Einzelnen, aber auch in den größeren Zusammenhängen unserer Gesellschaft. In vielen Gedenkfeiern wurde in diesem Jahr an das Ende des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren erinnert, der vier Jahre wütete und unermessliches Leid über die Menschen brachte. Vor 100 Jahren wurde der der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ zugehörige Willi Graf geboren, der seine Stimme gegen das NS-Regime erhoben hat und von ebendiesem Regime im Oktober 1943 hingerichtet wurde. Und vor 80 Jahren begann mit der Reichspogromnacht die systematische und organisierte Verfolgung und Tötung der Juden in Deutschland, deren Folgen bis heute nicht verwunden sind. Richten wir heute, Jahrzehnte nach diesen Ereignissen in unserem Land, den Blick in die Welt, dann schauen wir auf zahlreiche Länder, die seit Jahren im Krieg leben, Leid erdulden müssen und wo die Hoffnung auf Einigkeit in weiter Ferne liegt. Auch in unsere unmittelbaren Bezüge ist Unruhe eingezogen und der gut zwei Generationen zurückliegende Gedanke eines geeinten Europa ist fragil und brüchig geworden. Heute müssen wir auch in unserem Land, das die Spuren und Lasten zweier Weltkriege trägt, ungläubig und mit Schrecken zur Kenntnis nehmen, dass rechtes Gedankengut und menschenverachtende Äußerungen beinahe wieder salonfähig geworden sind. Vieles erscheint brüchig, Frieden ist längst nicht mehr selbstverständlich.

 

Das Weihnachtsfest und der Blick in die Krippe lässt uns in unruhigen und ungewissen Zeiten auf das schauen, was uns unbedingte Zusage und Hoffnung ist: Gott ist für uns Mensch geworden, einmalig und immerwährend und wir dürfen staunen angesichts dieses menschgewordenen Gottes, der sich in diesem unschuldigen Kind mitten in unsere unruhige Welt gegeben hat, um Einheit und Frieden zu bringen.

 

Wir wünschen Ihnen diesen Gedanken der Hoffnung und der Zusage und das Vertrauen darauf, dass ER uns in seiner Menschwerdung entgegenkommt und die Hand reicht, um uns auf diesen Weg des Friedens zu führen.

 

Von Herzen wünschen wir Ihnen ein in diesem Sinne friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest!

 

 

Ihre Seelsorgerinnen und Seelsorger aus den katholischen und

evangelischen Kirchengemeinden an der Oberen Saar, aus

Brebach, Fechingen, Kleinblittersdorf, Bübingen und Güdingen

13.12.2018