Die Abendmahlsfeier in Brebach-Fechingen-Bliesransbach

Welche Formen der Austeilung passen zu uns?

 In seiner letzten Sitzung hat sich der Gottesdienstausschuss unserer Gemeinde mit einem zentralen Element gottesdienstlicher Feier beschäftigt: mit dem Abendmahl.

 

Grund dafür sind die unterschiedlichen denkbaren Formen der Austeilung, die auch in Brebach-Fechingen-Bliesransbach in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder einmal praktiziert wurden.

 

Nun aber verändert sich jede Gemeinde auf dem Weg durch die Zeit, und so ist es sinnvoll, ab und zu inne zu halten und entstandene Gewohnheiten zu reflektieren.

 

Dies wollen wir in den nächsten Monaten tun, indem wir dazu einladen, die unterschiedlichen Austeilungsformen des Abendmahls noch einmal bewusst wahrzunehmen und die dabei gemachten Erfahrungen miteinander auszutauschen.

 

Was ist das Abendmahl?

 

Mit Brot und Wein und den Einsetzungsworten feiert die christliche Gemeinde das Sakrament des Abendmahls, die Gemeinschaft mit Christus und allen Gläubigen.

 

Zu einem Sakrament gehören Wort und Zeichen. Die Zeichen der Abendmahlsfeier sind Brot und Wein, sie stehen für den Leib und das Blut Jesu Christi. Die Gläubigen empfangen im Abendmahl Anteil an seinem Tod und seiner Auferstehung.

 

In der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) heißt es in Artikel 73 über das Heilige Abendmahl: „Aufgrund der Einsetzung durch Jesus Christus feiert die Gemeinde das Abendmahl. Sie verkündigt den Tod des Herrn, durch den Gott die Welt mit sich versöhnt hat, dankt für seine Gegenwart, bittet um die Gabe des Heiligen Geistes und schaut voraus auf Christi Wiederkunft.“

 

Gott nimmt alle Menschen an, wie sie sind, aber er lässt sie nicht wie sie sind. Umkehr ist nicht Bedingung der Sündenvergebung, sondern die „Frucht“ und Folge. Das ist auch auf die Feier des Abendmahls zu übertragen. Alle Getauften sind eingeladen, egal welcher Konfession sie angehören und in welcher Lebenssituation sie stehen. Deshalb können in der Evangelischen Kirche im Rheinland in vielen Gemeinden Kinder das Abendmahl mitfeiern.

 

Wie wollen WIR das Abendmahl feiern?

 

Bei unserer Frage nach den für uns passenden Formen des Abendmahls spielen theologische Aspekte eine Rolle. Es geht aber auch darum zu reflektieren, wie wir als Gemeindeglieder die Feier des Mahls empfinden, welche Symbolik und welche hygienischen und gesundheitlichen Gesichtspunkte uns wichtig sind, kurz: ob wir uns wirklich zum Mahl des Herrn eingeladen fühlen und ob wir diese Einladung auch gerne annehmen.

 

Welche Formen sollen ausprobiert werden?

 

Im Prinzip geht es um folgende drei Formen, die wir bereits alle kennen: Die Austeilung mit dem Gemeinschaftskelch (alle trinken aus einem gemeinsamen Kelch), die Austeilung mit Einzelkelchen (jeder trinkt aus seinem „eigenen“ kleinen Kelch) und die Austeilung mit sogenannter „Tinktion“ (die Hostie wird vor dem Verzehr in den Gemeinschaftskelch eingetaucht).

 

Bei allen drei Varianten kann Wein oder Saft, eine Hostie oder ein richtiges Stückchen Brot gereicht werden. Jede Darreichungsform lässt sich zudem weiter variieren.

 

Jede Variante der Austeilung hat „Stärken“ und „Schwächen“ und unterstreicht entweder die Symbolik der Gemeinschaft und Verbundenheit (Gemeinschaftskelch), den Aspekt der Hygiene und Gesundheit (z.B. Einzelkelche, Abendmahl mit Saft) oder stellt einen Kompromiss zwischen beiden Aspekten dar (z.B. Tinktion).

 

In den nächsten Monaten wollen wir in den Abendmahlsgottesdiensten jeweils eine Austeilungsform in den Vordergrund stellen und im Anschluss daran die Möglichkeit einer einfachen und anonymen schriftlichen Rückmeldung anbieten. Dadurch hoffen wir, ein vielfältiges Stimmungsbild zu erhalten, um das Mahl des Herrn zukünftig noch einladender gestalten zu können.

 

Lassen Sie die verschiedenen Abendmahlsvarianten auf sich wirken und melden Sie sich zu Wort: Wir freuen uns auf jede Ihrer Rückmeldungen!

Frank Fürtig 

19.03.2019