Ökumenisches Weihnachtswort

 

 

Dezember 2019. Die Tage werden kürzer, der Alltag beginnt morgens und endet nachmittags ebenso: im Dunkel. Am 22. Dezember erleben wir die längste Nacht und den kürzesten Tag des Jahres. Erst danach werden die Tage wieder länger, die Nächte kürzer; ein Trost für diejenigen, die sich auf mehr Tageslicht freuen.

 

Die jetzige Jahreszeit wird oft als die „dunkle“ bezeichnet. Auch im übertragenen Sinne. Ende November erleben wir mit Allerheiligen, Allerseelen, Buß- und Bettag und Totensonntag Feiertage, die uns innehalten lassen. An denen wir auch über unser Leben nachdenken und über die, die nicht mehr sind. Trauer hat in diesen Wochen ihren festen rituellen Ort.

 

Doch das ist immer nur die eine Seite. Schon im November fügt sich diesem Erleben etwas hinzu. Und immer hat es mit Licht zu tun, das die Dunkelheit erhellt. Kinder beginnen ihre Laternen zu basteln. Gottesdienste und Martinszüge werden von ihnen und ihren Familien besucht. Martins Geschichte ist allen bekannt. Sie setzt ein Zeichen, das gehört und gesehen werden will. Ein Zeichen gegen die Dunkelheit.

 

Und auch der letzte Sonntag des Kirchenjahres lässt uns beides erfahren. Denn wir gedenken der Toten am Totensonntag in den evangelischen Gottesdiensten wie ihrer an Allerseelen in den katholischen Gottesdiensten gedacht wird. Das Ende des Lebens steht uns vor Augen, auch die Frage nach dem, was war und was nun sein wird.

 

Die Frage nach dem Sinn wird gestellt und wir tun zugleich noch etwas ganz Wesentliches: Wir zünden Kerzen an. Friedhöfe verwandeln sich. Die Dunkelheit wird erhellt. Der Totensonntag nennt sich zugleich Ewigkeitssonntag und weist über uns hinaus. Mit jeder Kerze wird ein Hoffnungszeichen gesetzt. Das für alle Ewigkeit gilt.

 

Im Dezember feiern wir die Geburt Jesu Christi, der von sich sagen wird: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben. Seine Geburt, sein Leben und Sterben sind von dieser Zusicherung geprägt. Mit den letzten Sätzen des Matthäusevangeliums untermauert Jesus, dass die Zusage für alle Zeit gilt, wenn er den 11 Jüngern sagt: „Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Ja, sein Licht leuchtet in jeder Finsternis zu jeder Zeit, ja bis zum Ende der Welt. Das nehmen wir gerne mit in die vor uns liegenden Tage.

 

Von Herzen wünschen wir Ihnen ein in diesem Sinne friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest!

 

Ihre Seelsorgerinnen und Seelsorger aus den katholischen und

evangelischen Kirchengemeinden an der Oberen Saar, aus

Brebach, Fechingen, Kleinblittersdorf, Bübingen und Güdingen

09.12.2019