Vorstellung Pfarrer Joachim Wörner

1. Bitte stellen Sie sich kurz vor:

Ich wurde am 7. Dezember 1968 in Holzminden an der Weser geboren. Dort habe ich eine schöne Kindheit und Jugend verlebt, habe mich viele Jahre für Fußball begeistert, später für Kampfsport und Karate. Auch Glaube und Kirche waren von klein auf ein wichtiges Thema in unserer Familie. Dazu gehörten regelmäßiger Gottesdienstbesuch, Kinder- und Jugendarbeit sowie christliche Familienfreizeiten. Bedingt durch den Beruf meines Vaters haben wir drei Jahre lang in den USA und Japan gelebt. Das hat früh mein Interesse an fremden Ländern und Kulturen geweckt.

Nach Abitur und Wehrpflichtdienst machte ich eine Berufsausbildung zum Industriekaufmann sowie ein berufsbegleitendes BWL Studium. Dort lernte ich meine Frau kennen. Da ich schnell merkte, dass dieser Beruf nicht zu mir passte, entschied ich mich 1993 für ein Theologiestudium am Missionsseminar in Hermannsburg. Mich sprach dieser Weg an, weil das Studium nicht nur ein Auslandssemester in einem Land einer der Partnerkirchen der Hann. Landeskirche beinhaltete – 1997 ging ich für neun Monate nach Indien – sondern allen Absolvent*innen einen mehrjährigen Auslandsaufenthalt in Aussicht stellte. Das Vikariat umfasste neben einem Teil in Deutschland eine Zeit von neun Monaten in den USA. Nach dem zweiten theologischen Examen begannen 2002 die Planungen für den Auslandsdienst.

Da sich die Ausreise aus diversen Gründen verzögerte, zog ich zu meiner Frau nach Saarbrücken und arbeitete knapp zwei Jahre lang als Sozialarbeiter in der Wärmestube mit obdachlosen und suchtkranken Menschen.

 

Ende 2003 wurde ich in Holzminden zum Pfarrer der Ev-luth. Landeskirche Hannover ordiniert und trat im März 2004 mit meiner Frau und unserem Sohn Marius die Ausreise nach Brasilien an. Dort habe ich sechs Jahre lang als Pfarrer in Brasilia gearbeitet. 2008 kam unsere Tochter Antonia zur Welt.

 

Nach der Rückkehr wollte meine Frau ihre Stelle an der Uni Saarbrücken wieder antreten. Deshalb kam eine Rückkehr in die Hannoversche Landeskirche nicht in Frage. So bewarb ich mich 2009 beim Landeskirchenamt in Düsseldorf und in Straßburg bei der UEPAL. In Frankreich wurde meine Bewerbung angenommen.

 

Nach Sprachlernphase und Probedienst wurde ich 2011 Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde von Creutzwald in Lothringen. Verschiedene Gründe führten dazu, dass wir uns als Familie nicht gut in Frankreich eingelebt haben. Folglich habe ich 2013 noch einmal die EKiR kontaktiert und erfolgreich am Kolloquium teilgenommen. Im Juli 2014 trat ich die 4. Pfarrstelle der Evang. Kirchengemeinde St. Johann in Saarbrücken an.

 

2. Was waren Ihre drei schönsten Momente in Ihrer bisherigen Tätigkeit als Pfarrer?

Spontan fallen mir dazu besondere Events ein, wie Kirchentage, unsere Sommerfeste oder Gottesdienste mit besonderem Thema. Schöne Momente sind für mich immer da, wo Kommunikation gelingt. Ebenso schätze ich grenzüberschreitende Begegnungen im Kontext der Ökumene, des interreligiösen Gesprächs oder mit Partnergemeinden im Ausland.

 

3. Was für ein "Typ" Pfarrer sind Sie? Was liegt Ihnen besonders am Herzen?

Ich bin ein klassischer Gemeindepfarrer, der gern Gottesdienste feiert, seelsorgerliche Gespräche führt und mit Menschen nach Gottes Spuren im eigenen Leben sucht. Besonders am Herzen liegen mir Ökumene und Diakonie.

 

4. Wenn Sie nach Brebach, Fechingen, Bliesransbach und Schafbrücke blicken: Was macht Sie neugierig auf diese Stadtteile?

Jeder Stadtteil hat ein ganz eigenes Profil. Das zeugt von einem großen Reichtum, den es zu erhalten und weiterzuentwickeln gilt. Die Herausforderung liegt darin, eine Einheit in der Vielfalt zu gewinnen. Ich bin gespannt, ob uns das gelingt.

 

5. Worauf dürfen sich die Gemeinden in der Zusammenarbeit mit Ihnen freuen? Und was wünschen Sie sich umgekehrt von den Menschen in den Gemeinden?

Sie bekommen in mir einen Pfarrer, der Freude an seinem Auftrag hat, der auf Menschen zugeht, der Gespräche auf Augenhöhe führt, der Erfahrung und Tiefgang mitbringt.

 

Ich wünsche mir konstruktive Arbeit im Team sowie Offenheit für die notwendigen Veränderungen.

 

6. Wenn Sie die Uhr nach vorne drehen dürften: Was möchten Sie im Februar 2024 sagen können, im Rückblick auf das erste Jahr?

Nach einem Jahr möchte ich eine lebendige Gemeinde erleben, in der sich viele Menschen mit Freude engagieren. Es wäre schön, wenn sich in den verschiedenen Stadtteilen ein Wir-Gefühl entwickelt hat.

 

Ihre Lieblingsmusik: Meine Pop- und Classic-Playlists auf Spotify

 

Ihr Lieblingsreiseziel: die Welt! Es gibt so viele tolle Länder und Orte zu entdecken…

 

Ihre Vorbilder:

Theologisch: Gerhard Ebeling, Martin Buber

Menschlich: meine theologischen Lehrer Martin Tamcke und Reinhard Deichgräber

Politisch: Nelson Mandela

 

Lieblingsorte in SB: das Restaurant Hokkaido, die Kinos, die Wanderwege rund um den Schwarzenbergturm.

 

29.11.2022