Angedacht

...von Pfarrer Josef Jirasek

Liebe Gemeinde,

 

die Ampel zeigt grün. Es kann weitergehen. Der abgebildete Luther - haben Sie ihn erkannt? - jedenfalls schreitet munter weiter. Voller Tatendrang. Genau das wollten wir aus dem letzten Jahr und den Reformationsfeierlichkeiten mitnehmen.

 

Ob es gelungen ist, mag jede/r selbst entscheiden. Ich selbst sehe: Die Veranstaltungen im letzten Jahr waren sehr ermutigend und inspirierend. Es gab und gibt weiterhin Veranstaltungen, die die Sache Jesu auf besondere Weise aufgreifen und umsetzen.

 

Das Gemeindefest fällt mir ein, aber auch Urlaub ohne Koffer, Tagesfahrten der Frauenkreise, Konfirmandenfahrt ins Hessische, Faschingsgottesdienst, in dem ebenso auf platt gepredigt wird wie im Mundartgottesdienst, Wandergottes-dienste, u.a. mit Taufe in der Wendalinuskapelle, Taufe am Bach, Hofgottesdienst in der Wintringer Kapelle und einiges mehr. Ja, die Ampel zeigt grün. Es geht weiter.

 

Und dann werden wir immer wieder gestoppt, auf den Boden der Tatsachen gestellt. Ampel rot. Stillstand. Rückschritt. Am 1. Juni und in den Wochen danach hat sich über Bliesransbach, Kleinblittersdorf und andere Orte eine Schockstarre gelegt. Das Unwetter hat innerhalb weniger Stunden vielen Menschen neben dem materiellen Schaden v.a. auch die Illusion geraubt, unser Leben hier im Saarland bliebe von größeren Naturereig-nissen ausgenommen. Wir haben im Gegenteil erlebt, was geschieht und noch weiter geschehen wird, wenn wir nichts gegen den Klimawandel tun.

 

Ampel rot. Das bedeutet auch. Halt machen. Acht geben. Vorsichtig mit dem eigenen und anderem Leben umgehen. Und es sage in diesem Fall niemand, man könne gegen diese Entwicklungen nichts tun. Wir können Plastiktüten verweigern, die man uns zusätzlich zu schon unnötig verpackten Produkten anbieten will. Wir können unsere Standby-Geräte zuhause ausschalten, wenn wir sie nicht gebrauchen. Wir können LED-Lampen benutzen usw.. Die Ampel springt wieder auf grün.

 

Tragen wir alle dazu bei. Wir Ebenbilder Gottes. Ich grüße Sie ganz herzlich  

 

Ihr Josef Ladislav Jirasek 

01.10.2018